Der Vortrag “Agil Scheitern – aber erfolgreich!“ war Thema des Projektleitertreffens Hannover am 21.6.2018. Marco Jacob erklärte mit vielen Beispielen aus der Praxis, dass Scheitern im agilen Umfeld nicht negativ sein muss, sondern zu Verbesserungen führen kann.

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„Nichts ist kostspieliger, als der Anfang“ sagte schon Friedrich Wilhelm Nitzsche. Wenn man mit neuen Methoden in einem Unternehmen anfängt, zahlt man am Anfang immer Lehrgeld. Wichtig ist, aus den Erfahrungen zu lernen und sich kontinuierlich zu verbessern. Kanban nennt dieses Vorgehens „Kaizen“ und bei Scrum spricht man von „Inspect and Adapt“.

Bei der Einführung von agilen Methoden Bottom Up durch Mitarbeiter kann es an der Überzeugung des Managements oder der Kollegen scheitern. Werden agile Methoden vom Management Top Down vorgegeben, sträuben sich Mitarbeiter gegen die Veränderung. Prozesse und Regeln bleiben meist starr und behindern. Erfolgreicher ist es in der Praxis, einen Sinn vorzugeben, Fragen zu stellen und die Menschen selbst einen Weg finden zu lassen. So wurde - ganz ohne agile Modelle - ein tägliches Standup zur schnelleren Absprache im Projekt eingeführt. Es gibt immer auch Menschen im Unternehmen, die von den neuen Methoden überzeugt sind. Am besten bekommt man diese Mitarbeiter in einem Projektteam zusammen. Diese „Early Adopters“ tragen dann als Multiplikatoren ihre Begeisterung in die Abteilungen.

Transparenz ist ein wichtiger Aspekt von agilen Methoden. Es geht darum, frühzeitig zu informieren. Dabei passieren Fehler. Scheitern tut man hier, wenn Schuldige gesucht und Vorwürfe gemacht werden. Fehler sind aber nicht schlimm, sondern helfen bei der Verbesserung. Transparenz schafft Übersicht und auf Dauer auch Vertrauen. Wenn Vorwürfe gemacht werden, wird die Offenheit torpediert. Dann halten Mitarbeiter die Informationen so lange zurück, bis es eventuell zu spät ist. Kennt das vielleicht jemand?

Auch bei Tools kann man scheitern. Es gibt Vorgaben durch das Unternehmen, z.B. wegen „strategischer Partnerschaften“ oder bereits vorhandener Tools. Außerdem hat jeder im Team seine eigenen Vorlieben. Die Vorstellungen und Vorgaben zusammenzuführen, ist nicht einfach. Hier wurden schon viele Tools ausprobiert und vermutlich ist das Ende noch nicht erreicht. Eine Möglichkeit der Entscheidungsfindung ist hier der „Konsent“. Dabei gilt eine Mehrheitsentscheidung so lange, bis durch bessere Argumente eine andere Entscheidung möglich ist. Es ist wichtig, dass die Anpassung jederzeit möglich ist.

Vermeiden Sie nach Möglichkeit den Fehler, das Vorgehen eines Projekts / Teams einfach auf ein anderes zu übertragen. Das neue Team ist nicht mit den Aufgaben gewachsen und wird die Vorgaben nicht antizipieren. Auch damit kann man scheitern.

Natürlich ist „Scheitern“ hier nur plakativ gewählt. Es geht darum, dass Fehler gemacht werden dürfen und daraus gelernt wird. Geben Sie Spielraum zur Entwicklung. Und scheitern Sie – aber erfolgreich!

Präsentation: Agil scheitern – aber erfolgreich!
Kontakt: Marco Jacob

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